Ernährungsberatung

Eine weitere wichtige Säule und sehr praktikable Säule der chinesischen Medizin ist die gesunde Ernährung.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die ein Patient nicht weiß, und wo eine kleine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten einen großen Effekt haben kann.

Unsere Beratung ist darauf ausgerichtet, daß wir mit Ihnen zusammen die zu Ihnen passende und in Ihrem Alltag umsetzbare Lösung finden

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Ich finde es wichtig, mit Freude zu essen. Ich erlebe oft, daß Patienten sich an irgendwelche Regeln halten, ohne zu wissen weshalb.

Ich predige immer, daß es das Wichtigste ist, auf seinen Körper zu hören und so zu merken, worauf man Appetit hat und ob das, was man gegessen hat, einem guttut.

Ich habe auch noch einen sehr guten Blog zum Thema gesunde und nachhaltige Ernährung entdeckt

Ich habe dazu ein Interview in Spiegel – Online entdekt, das mir aus der Seele spricht:

 

 

 

Schlechtes Gewissen? Ist nicht nötig

Zur Person
  • Thomas Frankenbach, Jahrgang 1973, leitet den Fachbereich Ernährung und Bewegung in einer osthessischen Klinik für Rehabilitationsmedizin. Der Autor, Bewegungstrainer, Gesundheitswissenschaftler und Psychologe macht seit 20 Jahren Karate und läuft gerne.

SPIEGEL ONLINE: Herr Frankenbach, hören wir zu wenig auf unser Bauchgefühl?

Frankenbach: Ja, leider. Wir leben in einer Welt, in der Logik mehr wert ist als unsere Intuition. Wir bedienen jeden Tag Maschinen, sitzen vor dem Computer, telefonieren mit Smartphones – da ist logisches Verständnis wichtiger als unser Bauchgefühl. Leider führt die Reizüberflutung der westlichen Industriegesellschaft teilweise so weit, dass wir die Signale unseres Körpers gar nicht mehr wahrnehmen.SPIEGEL ONLINE: Warum fällt es uns so schwer, die Signale unseres Körpers zu beachten?

Frankenbach: Ständig hören wir in den Massenmedien von einer neuen Ernährungsform, die angeblich die beste sein soll. Vor fünf Jahren war es Low Carb, heute ist es vegane Ernährung. Dieses Hin und Her verunsichert die Menschen.

Ein Beispiel: Viele Menschen essen Vollkornprodukte, weil sie der Überzeugung sind, Vollkorn sei gesund. Tatsächlich gibt es aber viele Menschen, die Vollkorn gar nicht vertragen. Sie bekommen Bauchschmerzen, Blähungen oder schlimmere Symptome und ignorieren die Signale, die ihnen der Körper sendet. Sie vertrauen nicht auf ihre somatische Intelligenz.

SPIEGEL ONLINE: Was genau verstehen Sie unter somatischer Intelligenz?

Frankenbach: Somatische Intelligenz ist die Fähigkeit unseres Körpers, durch Lust, Abneigung und Bekömmlichkeit zu zeigen, was er braucht und was nicht. Jeder Mensch braucht zum Beispiel Zucker, um das Gehirn laufen zu lassen und Organe und Muskeln zu versorgen. Wenn ein Mensch unterzuckert ist, bekommt er Lust auf Süßigkeiten. Da muss er keinen Ernährungsberater anrufen oder im Lexikon nachschauen, sondern sein Körper sendet ein eindeutiges Signal, nämlich Heißhunger auf Süßes.

SPIEGEL ONLINE: Viele Menschen haben aber ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihrem Heißhunger auf Süßigkeiten nachgeben.

Frankenbach: Das sollte man deshalb nicht haben. Besser wäre es, sich zu fragen: Warum will ich das jetzt essen? Brauche ich das wirklich? Wenn Ihnen etwas nicht bekommt, wird Ihr Körper Ihnen das mitteilen, in Form von Blähungen, Sodbrennen, Bauchkrämpfen, unruhigem Magen oder verschlechterter Stimmung. Langfristig oft auch mit Problemen bei Haut und Haaren.

SPIEGEL ONLINE: Wie sieht Ihrer Meinung nach eine richtige Ernährung aus?

Frankenbach: Unsere Bedürfnisse sind individuell ganz verschieden. Die optimale Kost ist deshalb die, auf die ein Mensch Lust hat, die ihm schmeckt und die ihm bekommt. Manche Kinder essen zum Beispiel ungern Spinat. Das könnte zum einen daran liegen, dass sie ihre Eltern zum Narren halten wollen. Es könnte aber auch sein, dass diese Kinder Spinat einfach nicht besonders gut vertragen, weil darin Oxalsäure enthalten ist. Diese kann bei bestimmten Menschen Nierensteine verursachen oder die Blutgerinnung stören.

SPIEGEL ONLINE: Es klingt so einfach: Essen, wonach dem Körper ist. Aber woher kommen dann die vielen Essstörungen wie Magersucht oder Fettleibigkeit?

Frankenbach: Magersüchtige haben häufig eine schwach ausgeprägte Selbstwahrnehmung. Sie denken, dass sie zu dick sind, obwohl sie spindeldürr sind. Bei Übergewichtigen ist es ähnlich. Ich hatte mal einen Patienten, der ständig Süßigkeiten gegessen hat. Er war zu dick und litt gleichzeitig unter Bauchschmerzen, Übelkeit und schlechter Haut. Statt ihn auf Diät zu setzen, habe ich seine Achtsamkeit trainiert. Aufgabe war, sich auf seinen Magen zu konzentrieren, nachdem er sehr viel Süßes gegessen hatte. Als ihm so mit den Wochen immer stärker auffiel, wie schlecht ihm Süßigkeiten bekommen, reduzierte er sie von allein.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann ich lernen, meinen Körper besser zu spüren?

Frankenbach: Alles, was uns zur Ruhe kommen lässt, wirkt sich positiv auf die Körperwahrnehmung aus. Da helfen zum Beispiel Meditation, Yoga oder autogenes Training. Auch Ausdauersport ist ein hervorragendes Mittel, um den Körper besser spüren zu lernen.

SPIEGEL ONLINE: Sport schärft die Selbstwahrnehmung?

Frankenbach: In dem Moment, in dem wir unseren Trainingszustand verbessern, fängt unser vegetatives Nervensystem an, effizienter zu arbeiten. Außerdem schult man durch Sport seine Koordinationsfähigkeit, Tiefensensibilität und die Atmung. Manche Sportler haben sogar eine Art siebten Sinn. Sie können ganz genau wahrnehmen, wenn sich in ihrem Körper etwas verändert. Ganz intuitiv lassen sie beispielsweise eine Trainingseinheit ausfallen, weil sie merken, dass sich eine Grippe anbahnt, noch lange bevor die ersten Krankheitssymptome auftauchen.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann ich außerdem meine Sinne schärfen?

Frankenbach: Es gibt eine ganz gute Übung, die man direkt nach dem Essen machen kann. Man zieht sich für ein paar Minuten zurück, schließt die Augen und stellt sich folgende Fragen: Wie groß war meine Lust auf das, was ich gegessen habe? Hat mich der Geschmack angesprochen? Wie bekommt mir das Essen im Bauch? Wie ist meine Stimmung? Habe ich womöglich zu schnell gegessen? Wer sich dieser Übung ein paar Mal hingibt, wird schnell merken, wie sich die Sensibilität für den Körper verbessert.SPIEGEL ONLINE: Müssen wir mutiger werden, mehr auf unseren Körper zu hören?

Frankenbach: Somatische Intelligenz ist kein Garant dafür, dass ein Mensch gut durchs Leben kommt. Aber sie ist ein wichtiger Faktor. Wichtig ist, dass jeder sein persönliches Maß findet. Das gilt für Sport, Beruf und auch für die Ernährung. Wir müssen mehr Selbstverantwortung übernehme

Das Interview führte Julia Schweinberger