Depressionen meistens nicht ausreichend behandelt

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Ich diagnostiziere bei sehr vielen meiner Patienten eine depressive Komponente in ihrem Krankheitsgeschehen.

Oft zeigen sie sich zuerst in körperlichen Störungen, die aber oft der Ausdruck einer Depression dein können. Man spricht in diesem Fall von einer „larvierten Depression“.

Auch der berühmte Burn-Out ist meistens nichts anderes als eine Erschöpfungsdepression.

Ich habe in meiner Praxis in München oft gesehen, daß Depressionen nicht erkannt wurden und daher auch nicht angemessen behandelt werden.

Entweder gar nicht oder sehr schnell mit Medikamenten.

Bei Depressionen ist es wichtig zu erkennen, was einen niederdrückt und wie der Patient seine Kräfte sinnvoll für sich einsetzt.

Dies kann ein längerer Prozess sein.

In schweren Fällen ist eine psychiatrische Intervention notwendig, da Depression eine schwere Erkrankung sein kann.

Das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung

„Drei Viertel der schwer erkrankten depressiven Menschen in Deutschland werden nicht angemessen versorgt“, ist das Fazit einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Aufgrund der Studie sind Daten von 84 Betriebs- und Innungskrankenkassen. 74 Prozent der schwer Depressiven werden demnach nicht ausreichendoder gar nicht behandelt.

Zwölf Prozent der Patienten mit leichten Symptomen bekommen Psychopharmaka, obwohl das medizinisch nicht angezeigt ist. Laut der Bertelsmann-Studie ist „ein Trend zu erkennen, dass mit steigendem Alter eine potentielle Überversorgung mittels Antidepressiva bei leichten Depressionen besteht“. Psychotherapie erhalten ältere Patienten fast gar nicht.

Nach Auswertungen der Barmer  bekamen von den weiblichen Versicherten im Alter von 35 Jahren fünf Prozent eine psychotherapeutische Behandlung von den 70-Jährigen dagegen nur 0,8 Prozent.  

Was können Sie tun?

Sie können sich einen Therapeuten ausserhalb des Kassensystems suchen.

Dies hat den Nachteil, daß es oft nicht durch den Versicherungsschutz abgedeckt ist.

Zum anderen habe ich bei Selbstzahlern beobachtet, daß sie viel engagierter zu Werke gingen, als wenn  die Kasse die Psychotherapie bezahlt und der Effekt so auch besser ist.

Ich stosse oft auf die Problematik, daß ein depressiver Patient gerne eine längere Therapie machen möchte, aber (noch) keinen Therapieplatz bekommen hat.

Gerade in München ist das ein Problem, da es nicht genügend Therapieplätze bei Kassentherapeuten gibt.

Ich habe schon bei einigen die Zeit bis dahin gut überbrücken können, bis es dann mit einem Platz für eine Psychoanalyse geklappt hat.

Psychotherapie in München am OdeonsplatzBernd Michel

Informationen für Betroffene und deren Angehörige