Migraene Akupunktur TCM Muenchen

TCM und Akupunktur bei Migräne in München

Viele Menschen in München leiden unter Migräne oder wiederkehrenden Kopfschmerzen. In unserer Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in München behandeln wir seit über 25 Jahren Patienten mit Migräne (chronisch oder hormonell), Clusterkopfschmerz und chronischen Spannungskopfschmerzen sowie Okzipitalneuralgie erfolgreich mit Akupunktur, Tuina, Schröpfen und weiteren TCM-Verfahren. Auch Entspannungsübungen und Psychotherapie hat sich bei einigen Patienten bewährt.

Unser Ziel: Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle dauerhaft  deutlich zu reduzieren – und langfristig eine stabile Verbesserung Ihrer Lebensqualität  zu erreichen.

Was ist Migräne – und wie viele Menschen sind betroffen?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken und gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen überhaupt. In Deutschland leiden etwa 10–15% der Bevölkerung unter Migräne – Frauen deutlich häufiger als Männer.

Die Beschwerden treten anfallsartig auf und können von wenigen Stunden bis zu drei Tagen dauern.

Der Clusterkopfschmerz, der  Migräne in vielen Punkten ähnelt, gilt als die „Migräne der Männer“. Hierbei stehen die Gesichtsschmerzen im Vordergrund.

Dabei ist  eine Struktur im Gehirn und dem Rückenmark, in den obersten Halswirbeln, der Zervikotrigeminale Komplex,  involviert, da sie für die Schmerzverarbeitung des Gesichts und der Hirnhaut eine wesentliche Rolle spielt.

Dabei spielen die Hirnnerven, besonders der hauptsächlich sensorische Trigeminusnerv eine wichtige Rolle. Er versorgt  Stirn, Augenhöhle, Ober- und Unterkiefer.

Der Vagusnerv ist für die Übelkeit verantwortlich.Typische Beschwerden bei Migräne

  • Einseitiges Auftreten der Schmerzen (Kann aber auch bei der Okzipitalneuralgie sein!!)
  • Pulsierender Schmerz
  • Übelkeit bzw. Erbrechen
  • Licht – und Lärmempfindlichkeit
  • Kopfschmerz folgt einer Aura nach max. 60 Minuten
  • Bewegung verschlimmert

Schmerzen hinter dem Auge auch mit Tränen und Nasenfluß wenn der Trigeminusnerv stark betroffen ist wie beim Clusterkopfschmerz

  • Beim Clusterkopfschmerz (einer Unterart der Migräne,die eher Männer betrifft) ist insbesondere der Trigeminusnerv betroffen
  • Aura mit Sehstörungen (bei ca. 10–15% der Betroffenen)

Diese Symptome unterscheiden Migräne deutlich vom Spannungskopfschmerz, der typischerweise beidseitig, drückend und ohne diese Begleitsymptome auftritt.

Was passiert im Körper?

Nach aktuellem medizinischem Verständnis handelt es sich um eine Überaktivierung bestimmter Nervenstrukturen im Gehirn. Dabei kommt es zu:

  • Aktivierung der äußeren Hirnhaut, des Trigeminusnervs und der obersten Spinalnerven (Aktivierung des Zervikotrigeminalen Komplexes)
  • Durch die genannte Reizung der vorher genannten Strukturen  werden CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) und weitere entzündlichen Botenstoffe freigesetzt, die den Entzündungsprozess und damit die Schmerzen verstärken.

Zusätzlich finden sich bei vielen Patienten begünstigende Faktoren wie:

  • Starke Nackenverspannungen und Triggerpunkte
  • Herabgesetzte Gleitfähigkeit der Faszien insbesondere im Kopf- und Nackenbereich
  • Kiefergelenksprobleme (CMD)
  • Auf psychischer Ebene beobachte ich  immer wieder  einen Hang zum Perfektionismus

Diese Faktoren können Migräneanfälle auslösen oder verstärken – und sind gleichzeitig gut therapeutisch zugänglich.

Schulmedizinische Behandlungsansätze

Die westliche Medizin unterscheidet zwischen Akuttherapie und Prophylaxe:

Akutbehandlung:

  • Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen, ASS)
  • Triptane
  • Mittel gegen Übelkeit

Vorbeugende Therapie:

  • Betablocker
  • Antiepileptika
  • Antidepressiva
  • Moderne CGRP-Antikörper (z. B. Erenumab, Fremanezumab)

Diese Medikamente können durchaus sehr wirksam sein, Häufig ist ihre Anwendung in der Migräneprophylaxe  aber  mit Nebenwirkungen verbunden oder nicht für jeden geeignet. Viele Patienten suchen deshalb nach einer naturheilkundlichen Lösung, um den Medikamenten-konsum zumindest zu reduzieren.

 

Die Migräne aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Wie beschreibt die chinesische Medizin die Migräne und ist Akupunktur empfehlenswert ?

In der chinesischen Medizin (TCM) spricht man von aufsteigendem  Yang, das sich den Weg über den Gallenblasenmeridian sucht, der seitlich am Kopf zum Auge verläuft.

Dieses Aufsteigen zeigt sich bei der Migräne zuerst in Spannung oder Mißempfindungen in diesem Bereich.

Auch die Aura der Migräne mit Sehstörungen fällt darunter

Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Grundsätzlich kann dies aus einem Mangel- oder aus einem Füllezustand entstehen.
Der Mangel kann z.B. durch die einsetzende Monatsblutung, bei  der das Blut durch den bevorstehenden Blutverlust geschwächt ist und so das  Yang nicht gehalten wird und nach oben steigt.

Der Füllezustand lässt sich bildlich am besten mit jemandem, dem die Galle übergeht, beschreiben.

 

Spielt die Psyche eine Rolle bei der Migräne ?

Bei der Migränetherapie auch der psychische Hintergrund zu beleuchten.

Migränepatienten leiden drei mal so oft an Depressionen als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Ich erlebe Migränepatienten außerdem oft als sehr angestrengt mit einer Tendenz zum Perfektionismus.

Bei jungen Patienten haben wir oft sehr schnelle Erfolge. Bei älteren Patienten und insbesondere bei häufiger Einnahme von Medikamenten geht der Heilungsprozess oft sehr langsam.

 

Fallbeispiele aus unserer Praxis:

Fallbeschreibung 1: Patientin mit Migräne

Eine 35-jährige Frau erlitt monatlich 4–6 Migräneattacken pro Monat  oft um ihre Blutung  mit pulsierenden Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit, ausgelöst durch Streit und Nackenverspannungen.
Dry Needling und Massage an myofaszialen Triggerpunkten im subokzipitalen Bereich sowie Gua Sha am Kopf und Nacken lösten Verspannungen  in nur sechs Sitzungen merklich. Hilfreich waren insbesondere chinesische Kräuter um die Anfälligkeit vor der Menstruation herabzusetzen.
Ergänzt durch psychotherapeutische Gespräche zu emotionalen Auslösern und Entspannungsübungen wie Atemtechniken sank die Häufigkeit der Anfälle auf durchschnittlich einen pro Monat. Die Schmerzintensität  der Migräne nahm deutlich ab und die Patientin hatte Möglichkeiten, einen heranziehenden Anfall durch Selbstbehandlung zum Teil vollständig abzufangen.

Fallbeschreibung 2: Patient mit Clusterkopfschmerzen

Ein 42-jähriger Mann litt seit zwei Jahren unter schweren Clusterkopfschmerzen, die zum Teil  mehrmals täglich in Attacken von 10–60 Minuten auftraten, vor allem nachts. Die Schmerzen waren stechend um das rechte Auge, begleitet von Tränenträufeln und Nasenverstopfung.

Die Behandlung umfasste anfangs zwei wöchentliche Sitzungen mit Dry Needling an Triggerpunkten in Nacken und Schulter, kombiniert mit Massage und Gua Sha zur Lösung von Faszienverspannungen.]
Durch psychotherapeutische Gespräche zur Stressbewältigung und tägliche Entspannungsübungen reduzierten sich die Attacken deutlich. Heute hat der Patient zum Teil Wochen lange schmerzfreie Intervalle. In besonderen, sehr herausfordernden Phasen treten sie noch auf. Er kann dann erkennen, daß es zu weit über seine Grenzen gegangen ist. 

Tipps: Akupunktur zur Migräne-Vorbeugung

Wie können Sie Vorsorge gegen  Migräne betreiben?

Es ist erst einmal wichtig, die Auslöser der Migräneanfälle in Ihrem speziellen Fall ausumachen.

Dazu ist ein Kopfschmerztagebuch sinvoll, in dem Sie die Symptome, die Umstände (Körperempfindungen,Wetter, Ernährung, Alkohol, Stressfaktoten, Schlaf, Tageszeit, Wochentag, Zyklusphase) möglichst genau dokumentieren.

Daraus ergibt sich vielleicht ein Bild, was einen Migräneanfall bei Ihnen begünstigt.

 

Verhaltensempfehlungen für Migränepatienten

  • Regelmäßiger Schlafrhythmus (auch am Wochenende)
  • Regelmäßige Mahlzeiten – keine langen Pausen
  • Ausreichend trinken
  • Regelmäßiger angepasster Sport
  • Stressreduktion und Entspannungs- und Körperwahrnehmungsübungen  (z. B. Qigong, Yoga)
  • Ergonomischer Arbeitsplatz, Bildschirmpausen einplanen und ggf. Brille überprüfen lassen.
  • Auf Ihr Körpergewicht achten (nicht zu viel und nicht zu wenig)
  • Kopfschmerztagebuch führen

Besonders die vorbeugende Behandlung ist eine Stärke der TCM. Durch regelmäßige Akupunktur, Dry Needling, Massage und Gua Sha lassen sich erzielen:

  • Stressregulation und Entspannung des Nervensystems
  • Dauerhafte Lösung myofaszialer Spannungen

In der Regel empfehlen wir zu Beginn von  einigen kontinuierlichen Behandlungen , die je nach Bedarf ein bis zwei mal pro Woche stattfinden sollten, gefolgt von bedarfsorientierten Erhaltungsbehandlungen.

Die Studienlage zur Wirksamkeit von Akupunktur

Mehrere klinische Studien und systematische Übersichten zeigen, dass Akupunktur bei Migräne helfen kann, die Anzahl der Migränetage pro Monat zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Im Vergleich zu vielen Medikamenten berichten Patienten zudem von weniger Nebenwirkungen und einer guten Verträglichkeit der Behandlung.[1][2][3]

Systematisches Cochrane‑Review (international anerkannt)

Ein systematisches Review im Cochrane Library fasst zahlreiche Studien zusammen und kommt zu folgendem Ergebnis:

  • Bei etwa 41 von 100 Migränepatienten, die zusätzlich zur Standardtherapie Akupunktur erhalten, halbiert sich die Anzahl der Migränetage innerhalb von 3–6 Monaten.
  • Bei Standardtherapie allein sind es nur etwa 17 von 100 Patienten.[1]

Damit gilt Akupunktur als eine wirksame, gut verträgliche Ergänzung zur Migräneprophylaxe.

🔗 Quelle:

Große Studie mit 150 Migränepatienten (BMJ)

Eine randomisierte Studie mit 150 Migränepatienten verglich echte Akupunktur, Scheinakupunktur und Standardtherapie:

  • Mit echter Akupunktur sanken die Migränetage im Monat um durchschnittlich 3,9 Tage.
  • Mit Scheinakupunktur waren es etwa 2,2 Tage, mit Standardtherapie nur etwa 1,4 Tage.
  • Insgesamt profitierten 82,5% der Akupunktur‑Patienten so stark, dass sich ihre Migränetage halbierten.[2][4]

Diese Studie zeigt, dass „echte“ Akupunktur wirksamer ist als Scheinbehandlung und deutlich über Standardtherapie hinausgeht.

🔗 Quelle:

Große deutsche Modellstudie („Mammutstudie“)

Eine große Beobachtungsstudie mit mehreren zehntausend Patienten mit Kopfschmerzerkrankungen – darunter viele mit Migräne – ergab:

  • Akupunktur führt zu einer signifikanten Verringerung der Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzattacken.
  • Viele Migränepatienten berichteten über weniger Migränetage, selteneren Medikamenteneinsatz und eine höhere Zufriedenheit mit der Behandlung.[3][5]

Diese Daten stammen aus der Praxis und zeigen, dass Akupunktur auch im Alltag eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen Migränetherapie sein kann.

🔗 Quelle:

FAQ – Häufige Fragen zur Migräne-Behandlung mit Akupunktur

Wie viele Behandlungen sind nötig?

Wir empfehlen zunächst 6–10 Behandlungen im Abstand von 1–2 Wochen. Bei chronischer Migräne kann eine längere oder regelmäßig wiederholte Therapie sinnvoll sein.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen übernehmen häufig einen Teil der Kosten. Gesetzliche Kassen übernehmen Akupunktur bei Heilpraktikern nicht.

Ist Akupunktur bei Migräne schmerzhaft?

Die meisten Patienten empfinden die Behandlung als kaum schmerzhaft. Die Nadeln sind sehr dünn und steril.. Viele berichten während der Sitzung von tiefer Entspannung und Wärme.

Wie schnell wirkt Akupunktur?

Manche Patienten merken bereits nach der ersten Behandlung eine Veränderung. Eine deutliche, anhaltende Wirkung zeigt sich in der Regel nach mehreren Sitzungen.

Kann Akupunktur auch bei Clusterkopfschmerz helfen?

Ja, auch Clusterkopfschmerz spricht häufig auf Akupunktur an – hier ist jedoch meist eine intensivere und längere Behandlung notwendig.

 Was ist der Unterschied zwischen Migräne und Spannungskopfschmerz?

Migräne ist meist einseitig, pulsierend und geht mit Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Spannungskopfschmerzen sind eher beidseitig, drückend und ohne Begleitsymptome. Beide Formen können auch kombiniert auftreten – und beide sprechen gut auf TCM an.